Glossar

Wasserabweisend

Als "wissenschaftliche" Definition gilt: "Wasserabweisend werden Baustoffe bzw. Bauteile bezeichnet, bei denen der Wasseraufnahmekoeffizient ≤ 0,5 kg/m² * h0,5 und die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke ≤ 4 m ist sowie das Produkt dieser beiden Kenngrößen 0,3 kg/m² * h0,5 nicht übersteigt."

Wasseraufnahme/Wasseraufnahmekoeffizient

Der Wasseraufnahmekoeffizient beschreibt die Wasseraufnahme eines Baustoffes. Soll der Wasseraufnahmekoeffizient eines Baustoffes ermittelt werden, so wird die entsprechende Oberfläche der Baustoffprobe einige Millimeter tief in Wasser getaucht. Danach wird die Wasseraufnahme in Abhängigkeit von der Zeit durch regelmäßiges Wiegen ermittelt. Infolgedessen können Baustoffe nach ihrem Wasseraufnahmevermögen klassifiziert werden. Baustoffe bzw. Bauteile, bei denen der Wasseraufnahmekoeffizient ≤ 2 kg/m² * h0,5 und die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke ≤ 2 m ist, bezeichnet man als wasserhemmend. Obwohl die Wasseraufnahme durch eine wasserhemmende Schicht sehr stark herabgesetzt wird, verbleibt eine gewisse Restfeuchte. Es muss sichergestellt sein, dass diese Feuchtigkeit in den Trockenperioden abgegeben werden kann. Bei einem Wasseraufnahmekoeffizienten ≤ 0,001 kg/m² * h0,5 gilt der betreffende Baustoff bzw. das Bauteil als wasserdicht. Die Wasseraufnahme ist in dem Fall so gering, dass auf eine Begrenzung der wasserdampfdiffusionsäquivalenten Luftschichtdicke verzichtet wird.

Wasserdurchlässigkeit

Diese kann hilfsweise mittels eines sehr einfachen praktischen Verfahrens ermittelt werden: Es wird ein "faustgroßes" Loch z.B. in der Tragschicht, ohne ein Vornässer (also vorheriges entlüften des Mineralstoffes) des Loches, mit Wasser füllen und die Absinkgeschwindigkeit anhand eines Zollstockes gemessen. Hierbei wird eine größere Benetzungsfläche als nach DIN 18035 zur Anwendung gebracht. Dadurch kann das Wasser auch seitlich versickern, somit eine größere Belastung, also schärfere Prüfung. Bei mehr als 1mm pro Minute sollte der Wasserspiegel abgesunken sein, dann ist eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit anzunehmen. Erfolgt keine ausreichend schnelle Versickerung ist zu prüfen:  - der Feinkornanteil, die Verdichtung der Tragschicht, - die allg. Bodenbeschaffenheit (siehe auch -> Staufeuchtigkeit)

Wetterseite

Wetterseiten sind die Bereiche mit der höchsten witterungsbedingten Beanspruchung durch Wind und Niederschlag. Hier treten naturgemäß andere Beanspruchungen und Materialreaktionen auf als in vollständig überdachten oder geschützten Bereichen.Insbesondere die Unterschiede hinsichtlich UV-Bestrahlung, Bewindung/Trocknung und mechanische Einflüsse durch Bewitterung können zu vollständig unterschiedlichen optischen Effekten (z.B. Verfärbung) führen. (Carport-Effekt) Die Anforderungen an den Schlagregenschutz gelten generell für die Wetterseiten, sollten aber auch an den Wind abgewandten Seiten eingehalten werden.